Wandmalgruppe Düsseldorf

Vortrag von Klaus Klinger (Düsseldorf)

Bild von Klaus Klinger & Pressetext von R.Kaltenhäuser
„Die Außenwelt ist ein attraktiver Markt, und da hat jeder Zugang, der genügend Geld mitbringt. Seit Jahren tauchen aber auch andere Bilder an Hauswänden auf. Aus der befreienden Inbesitznahme des öffentlichen Betons erwächst eine Kultur öffentlicher Bilder, die etwas völlig anderes im Sinn hat als sonstige öffentliche Kunst. Die ‚Schmierereien‘, die die Besitzenden als Anschlag auf die Autorität des Privateigentums begreifen, haben in der Tat hartnäckigere Folgen als sie mit einem kräftigen Reinigungsmittel zu beseitigen wären.“
(Wandmalgruppe Düsseldorf, 1984)

Die Kunststudenten Klaus Klinger und Willi Österling wohnen 1977 in heruntergekommenen Häusern an der Grafenberger Allee 286-308 in Düsseldorf. Die Wohnungsbaugesellschaft „Neue Heimat“, will den preiswerten Wohnraum abreißen, um neue Wohnkomplexe an diese Stelle zu setzen. Zusammen mit anderen Künstlern, zunächst Thomas Giese und Gert Trostmann, besetzen sie die Häuser und beginnen, die Aussenfassaden ungenehmigt künstlerisch zu bearbeiten. Daraus entwickelt sich die ‚Wandmalgruppe Düsseldorf ‚, die in der Folgezeit mit provokativen Wandmalereien Furore macht.
Treffsicher bearbeiten sie kontroverse Themen der Zeit, meist konträr zum propagandistischen Konsens von Mainstream-Medien und politischer Machtelite. Sei es die Komplizenschaft deutscher Politiker (F.J. Strauss, CSU) mit dem chilenischen Pinochet-Regime, der Ausbau des Überwachungs- und Polizeistaats, oder die Wohnraumspekulation von der sie selbst betroffen sind – oft finden sie ein treffendes Bild. Die Gruppe macht sich damit nicht bei allen beliebt, insbesondere Wirtschaftslobby und rechtskonservative Politiker sowie die diesen nahestehende Presse bemühen sich mehr als einmal um eine Zensur ihrer Kunst.

Gründungsmitglied Klaus Klinger zeichnet für ein heutiges Publikum die Geschichte der Wandmalgruppe Düsseldorf, ihrer Kunst und ihrer Kämpfe nach.

start 19 Uhr

Gefördert von:

Gemeente Heerlen, Woningstichting Land van Rode, Felix Van Der Putten Verf