{"id":653,"date":"2014-01-18T10:43:04","date_gmt":"2014-01-18T10:43:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/?page_id=653"},"modified":"2014-01-29T10:54:13","modified_gmt":"2014-01-29T10:54:13","slug":"ein-foto-als-einzige-erinnerung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/2010-2\/about-the-nightshift\/ein-foto-als-einzige-erinnerung\/","title":{"rendered":"Ein Foto als einzige Erinnerung"},"content":{"rendered":"<p>In den 1980&#8217;ern schwappte das amerikanische &#8222;Writing&#8220; nach Europe \u00fcber. Und mit ihm die Faszination bemalter Z\u00fcge. W\u00e4hrend im New York der 70&#8217;er die lokale Metro als rollende Leinwand entdeckt wurde, w\u00e4hlte man in mittleren Gro\u00dfst\u00e4dten Europas Vorortz\u00fcge als \u00c4quivalent. Die h\u00f6he Gefahr erwischt zu werden und die damit verbundene geringe Wahrscheinlichkeit der Fertigstellung des Kunstwerks macht den Zug zum ultimativen Malgrund f\u00fcr Spr\u00fcher.<\/p>\n<p>Shlomo Faber&#8217;s Faszination f\u00fcr Z\u00fcge h\u00e4lt nach \u00fcber 10 Jahren Aktivit\u00e4t auf st\u00e4hlernen Riesen an.<br \/>\nEr reist quer durch Europa um bei Nacht Bahnanlagen nach abgestellten Z\u00fcgen zu erkunden. Im Gep\u00e4ck &#8211; Spr\u00fchdosen, Fotoapperat und Schlafsack .<br \/>\nZwischen zwei und drei Uhr nachts ist es dann soweit. Der K\u00fcnstler macht sich ans Werk. Das Herz rast und f\u00fcr einige Minuten verschwindet Shlomo im Delirium des Zugmalens.<\/p>\n<p>Shlomo hat Gl\u00fcck &#8211; er wurde nicht entdeckt. Er nimmt den Fotoapperat zur Hand und schie\u00dft ein Foto. Ohne Blitz , denn er m\u00f6chte nicht entdeckt werden. Die Langbelichtung braucht seine Zeit. Nur Sie transportiert die besondere n\u00e4chtliche Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen steht Shlomo auf dem Bahnhof. Die &#8222;durchmachte&#8220; Nacht zehrt an den Kr\u00e4ften. Der Zug f\u00e4hrt ein. Schnell z\u00fcckt er den Fotoapperat, schie\u00dft viele Fotos und schon ist der Zug wieder weg. Auf dem Gesicht Shlomo&#8217;s &#8211; ein zufriedenes Grinsen. Und die Sicherheit ein Foto zu haben als einzige Erinnerung an ein bald vergangenes Kunstwerk.<br \/>\n<em><br \/>\nDieser Text wurde erstmals ver\u00f6ffentlicht im Katalog zur Ausstellung &#8222;about the nighshift&#8220; 2010 \/ Dresden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Text wurde erstmals ver\u00f6ffentlicht im Katalog zur Ausstellung &#8222;about the nighshift&#8220; 2011 \/ Dresden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":963,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[9],"class_list":["post-653","page","type-page","status-publish","hentry","category-theorie_texte"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=653"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":787,"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/653\/revisions\/787"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/963"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anartchy.com\/urbanscript\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}